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Selbstwirksamkeit?

Der Begriff beschäftigt mich seit Jahren. Er ist (auch für mich) nicht neu. Es gab und gibt also unendlich viele Möglichkeiten, ihn unrichtig anzuwenden, zu interpretieren und damit auch richtig viel Unfug zu treiben.

Die einen tun es einfach, weil sie es nicht besser wissen. Das ist nicht weiter schlimm, da sie sich meist im Laufe der Zeit oder spätestens im zweiten Absatz eines Textes von selbst „verraten“. Sie gehören auch meist zu den eher „unbösen“. Es sei ihnen verziehen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, aber die bleibt wegen des geringen Vergehens auch ebenso.

Andere tun es absichtsvoll (ich finde die Bezeichnung toll, habe sie vor Jahren erstmalig von einem sehr geschätzten mittbewerbenden Kollegen gehört). Diese haben durchaus das Potential, Übles anzurichten, Oft geben sie sich dabei eine Menge Mühe, immerhin verfolgen sie ja eine Absicht, ein Ziel und wollen etwas erreichen.

Der in Rede stehende Begriff macht es auch leicht, ihn misszuverstehen. Wer mit der deutschen Sprache ähnlich oberflächlich verfährt, wie mit dem Umgang mit Informationen und Daten, verliert sich schon mal im Umgang mit den vielen klugen Worten.

Daher hier zunächst eine kurze Einordnung.

Selbstwirksamkeit wird in der Psychologie, bei den Interventionsartisten, den Persönlichkeits-Optimierern und ähnlichen vor allem mit Begriffen wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Optimismus verwechselt. Während sich diese Konzepte überschneiden, beschreiben sie wissenschaftlich betrachtet ganz unterschiedliche Dinge.

Ein paar wesentliche Abgrenzungen:

  • Selbstvertrauen vs. Selbstwirksamkeit:
    Selbstvertrauen ist ein eher schwammiger, allgemeiner Begriff. Selbstwirksamkeit hingegen ist sehr spezifisch und bezieht sich auf die konkrete Überzeugung, eine bestimmte Aufgabe oder Herausforderung aus eigener Kraft bewältigen zu können.
  • Selbstwert(gefühl) vs. Selbstwirksamkeit:
    Das Selbstwertgefühl beschreibt das generelle Gefühl, als Person wertvoll zu sein. Selbstwirksamkeit bezieht sich rein auf die eigene Handlungskompetenz – also darauf, etwas bewirken zu können.
  • Optimismus vs. Selbstwirksamkeit:
    Optimisten glauben generell daran, dass die Zukunft positive Dinge bringt. Selbstwirksame Menschen vertrauen hingegen darauf, dass sie Krisen und Herausforderungen durch ihr eigenes Handeln meistern können – unabhängig davon, wie das Ergebnis ausfällt.
  • Selbstbewusstsein vs. Selbstwirksamkeit:
    Selbstbewusstsein meint das Wissen um die eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten. Selbstwirksamkeit ist der Glaube daran, diese Fähigkeiten auch effektiv einsetzen und anwenden zu können.

Warum schreibe ich hier zu Selbstwirksamkeit?

Ich mache mir seit einigen Jahren Gedanken über wachsende Teile unserer Gesellschaft, die meiner Meinung nach irrational denken, entscheiden und die „anderen“ als ihre Gegner betrachten. Damit meine ich zum Beispiel militante Impfgegner aus der Zeit der Covid-Pandemie, Anhänger von populistischen Parteien in Europa und Nord- und Südamerika.

Beim herumstehen um einen gemeinsamen Biertisch kann man hören, dass diese Leute einfach dumm sind, oder etwas aussprechen, was andere nicht wagen oder einfach Zugang zu Wissen haben, das anderen fehlt.

So richtig glücklich wurde ich mit diesen oder ähnlichen Zuweisungen nicht, obwohl ich zugegebenerweise teilweise Symphatie empfinde.

Ich frage mich und andere, wie es dazu kommen kann, dass 1 + 1 ungleich 2 sein kann. Dass ein empirisch erwartbares Ergebnis als falsch bezeichnet wird. Dass Wissenschaft klar böse und verwerflich ist.

Viel wichtiger:

Ich frage mich auch, wie es uns (oder auch nur mir) gelingen kann, mit den Verwerfungen der letzten 20 Jahre und der kommenden besser umzugehen.

Ich habe den Verdacht, dass „Selbstwirksamkeit“, genauer: das Wissen darum bei der Beantwortung dieser und einiger anderer Fragen hilfreich sein kann.

Wer schon mal längere Zeit mit mir zu tun hatte, kann nun ahnen, wie es weiter geht. Ich versuche, Hintergrundwissen zum Thema zu finden, zu verstehen und mir dann eine eigene Meinung zu bilden. Das habe ich vor einiger Zeit abgeschlossen. bin aber mit dem Thema noch nicht fertig. In solchen Fällen habe ich dann entweder ein Buch geschrieben oder eine Broschüre, einen Film dazu gemacht, einen Podcast oder einen Artikel bzw. eine Serie dazu geschrieben.

So auch diesmal. Im folgenden gibt alsi eine Artikelserie. Und wenn die fertig ist, gibt es dazu etwas auf die Ohren. Also:

stay tuned.